Stellungnahme des Vorstands zum Areal Mittelwies

Zwei Investoren publizierten ihre Visionen für einen neuen Dorfkern im "Fischotter" und in der Zürichseezeitung. Sie wollen das Areal Mittelwies von der Gemeinde erwerben, um ein grosszügiges Einkaufszentrum auf privater Basis zu verwirklichen.

Nun ist sicher richtig: wertvolles Land im Zentrum kann sinnvoller genutzt werden, als nur Autos darauf abzustellen. Die Zusammenhänge aller Voraussetzungen für ein lebendiges Zentrum sind aber dermassen vielschichtig, dass hier nicht näher darauf eingegangen werden soll.

Der Hauptpunkt, das Areal betreffend, ist die Tatsache, dass diese Grundstücke die letzten Landreserven der politischen Gemeinde Männedorf sind. Die Grundstück-Verkäufe der vergangenen Jahrzehnte waren nur im Hinblick auf kurzfristige Budget-Überlegungen richtig.

Wie man langfristig denkt, zeigen die eindrücklichen Beispiele der grossen Allmend-Genossenschaften am linken Zürichseeufer. Da sind einige, die wurden vor 1291 (!) gegründet. Sie bestehen immer noch. Und sie haben nie Land verkauft. Mitte des 20. Jahrhunderts haben sie in Industrie- und Gewerbezonen Land im Baurecht abgegeben, was sich ausbezahlt hat.

Die letzten Landreserven zu verkaufen wäre für Männedorf sicher ein Fehlentscheid. Im Gegenteil, die Gemeinde sollte weitere Grundstücke erwerben, da sich Landbesitz langfristig immer lohnt. Was für private gewinnbringend ist, gilt auch für Gemeinschaften, wie das Beispiel der Allmend-Genossenschaften zeigt. Wenn Gemeindeland aus praktischen Gründen an Private zur Nutzung freigegeben werden soll, dann nur im Baurecht. So behält die Gemeinde das Land als Besitzerin und kann nach Ablauf der Frist über eine neue, zeitgemässe Nutzung bestimmen.

Damit möchten wir zum Problem eines lebendigen Zentrums und der Nutzung des Areals Mittelwies keine Patentrezepte beitragen. Wie der Gemeinde-Präsident verlauten liess, sind im Moment wichtige Entscheide zum Projekt Schul- und Mehrzweckgebäude Blatten zu treffen, was Vorrang habe. Und es sind viele weitere, vertiefte Analysen nötig betreffend neuer Nutzungen im Zentrum. Aber wesentlich bleibt, die Gemeinde sollte auf keinen Fall die letzten Landreserven verhökern.

Datum: 
25.10.2013
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