Abschied von Hedi Peter-Morf

Bereits mit 25 Jahren ist Hedi Peter-Morf 1952 in die Sozialdemokratische Partei eingetreten. Mitgefühl, Solidarität und Engagement für die Schwachen in unserer Gesellschaft hat sie von ihrer Kindheit an bis in ihr hohes Alter aktiv gelebt. Aufgewachsen ist sie in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus in einer Genossenschaftssiedlung in der Stadt Zürich. Viele schöne und engagierte Stunden verbrachte sie damals auch mit ihren Kameradinnen und Kameraden bei der sozialistischen Kinder- und Jugendgruppe Rote Falken.

Engagiert setzte sich Hedi dann als Erwachsene in ihrem Berufsalltag als Primarlehrerin für eine gute Bildung für alle Kinder ein. Bei der Ausübung ihres Berufes halfen ihr ihre ruhige Art, ihre Kontaktfreudigkeit, ihre Offenheit für Neues und ihr Interesse an Kultur.

Die Ehe mit dem Sozialdemokraten Max Peter und die Geburt einer Tochter im Jahre 1965 waren weitere wichtige Schritte in ihrem Leben. 1968 zog die junge Familie dann nach Männedorf ins Haus einer Grosstante von Hedi. In diesem Jahr kam auch ihre zweite Tochter zur Welt. Hedi fiel der Entscheid für den Wegzug von der Stadt und von ihrer sozialdemokratisch geprägten Gemeinschaft nicht leicht. In der SP Männedorf fanden Hedi und Max aber dann doch bald gute Kontakte.

1974, als ihre Kinder bereits etwas selbständiger waren, wurde Hedi Peter-Morf in die Schulpflege gewählt. Auch während ihren 8 Jahren als Schulpflegerin in Männedorf setzte sie sich engagiert für die schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft ein, unter anderm auf dem Gebiet der Schulzahnpflege.

Nach ihrer Tätigkeit in der Schulpflege engagierte sie sich weiterhin in der Partei und dies auch manche Jahre als Vorstandsmitglied derselben. In den 80-er Jahren motivierten sie ihre Weltoffenheit und ihr reges Interesse an neuen Entwicklungen und Problemstellungen, sich aktiv gegen die Luftverschmutzung zu engagieren. Gemeinsam mit andern - und vor allem jüngeren Engagierten in und ausserhalb der Partei - gründete sie eine Arbeitsgruppe, welche sich zum Ziel setzte, Männedorf velofreundlicher zu gestalten. Dies war die Geburtsstunde der seither jährlich durchgeführten Velobörse in Männedorf. Die Gruppe reichte auf lokaler Ebene auch eine Initiative dafür ein, dass bei der Verkehrsplanung die Interessen der Velofahrenden berücksichtigt werden müssen. Die Initiative wurde angenommen. Eine konkrete Auswirkung davon war und ist der “roten Teppich für Velos im Gegenverkehr“ auf der mit Einbahnverkehr belegten Dammstrasse.

Nach den Jahren mit vor allem gegen aussen hin orientiertem Engagement, leistete Hedi mit der Betreuung ihres Enkelkindes daraufhin wieder Care-Arbeit innerhalb ihrer Familie. Daneben nahm sie aber nach wie vor regen Anteil am Geschehen in der Welt und an den Aktivitäten der SP Männedorf.

Ihren letzten Lebensabschnitt verbrachte sie, infolge einer fortschreitenden Krankheit, im Altersheim Allmendhof. Dort schätzte man sie sehr wegen ihrer angenehmen, lieben und umgänglichen Art und ihren träfen Sprüchen. In der Nacht auf den 5. Mai ist sie im hohen Alter von 92 Jahren friedlich für immer eingeschlafen. Leider konnten sich ihre vielen Freundinnen, Freunde und Bekannte wegen der Corona-Pandemie nicht wie sonst üblich versammeln und gemeinsam mit Dankbarkeit auf ihr reiches Leben und Wirken zurückschauen. Es ist uns darum ein besonderes Bedürfnis, dies hier noch zu tun.

SP Männedorf

Datum: 
28.05.2020
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